Angeblich 200.000 Portasplit-Klimageräte für Europa – Midea verspricht Nachschub
Midea produziert nach eigenen Angaben unter Hochdruck und hat seit dem 8. Juli über 50 Container Richtung Europa verschickt. Ob und wann die Geräte in österreichischen Baumärkten ankommen, bleibt offen.
Die Midea Portasplit ist seit Wochen praktisch ausverkauft, auf Kleinanzeigen-Portalen werden Mondpreise aufgerufen. Jetzt macht eine Meldung Hoffnung auf Nachschub: Der Hersteller rechnet für 2026 mit rund 200.000 verkauften Geräten in Europa und liefert nach eigenen Angaben bereits per Eilfracht nach. Die Zahlen stammen allerdings vom Hersteller selbst.
Ausgangspunkt ist ein Bericht des chinesischen Technikportals IT之家 (ithome.com), der sich auf Angaben von Midea stützt und den unter anderem heise online aufgegriffen hat. Demnach hat der Konzern wegen der anhaltenden Hitzewelle in Europa die Produktion drastisch hochgefahren.
160.000 Bestellungen allein seit Juni
In diesem Jahr rechnet Midea mit rund 200.000 Portasplit-Geräten für den europäischen Markt – etwa doppelt so viele wie 2025. Allein seit Juni seien über 160.000 Neubestellungen eingegangen. Darin steckt ein Eilauftrag über 30.000 mobile Klimageräte für Frankreich, von denen rund 20.000 bereits verschifft sein sollen.
Gefertigt wird laut Bericht in zwei Werken: die Portasplit-Serie im Werk Guangzhou Nansha, die mobilen Geräte im Werk Wuhu. Dort sei die Tagesproduktion von 3.000 auf 6.000 Stück verdoppelt worden; die 20.000 Geräte für Frankreich seien so in dreieinhalb Tagen entstanden. Namentlich zitiert wird ein Midea-Lagerleiter, Cai Xiongwei.
Ausgeliefert werde per Seefracht und, für kritische Bauteile, per Luftfracht. Für diese Lieferungen setze Midea nach eigenen Angaben erstmals die China-Europa-Bahn ein – Laufzeit rund 15 Tage – statt wie bisher ausschließlich auf die Seefracht. Seit dem 8. Juli seien bereits über 50 Container unterwegs. Als Zielländer nennt der Bericht Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und die Niederlande.
Zahlen mit Vorbehalt
So beeindruckend die Zahlen klingen: Es sind durchweg Angaben des Herstellers. Internationale Medien wie Bloomberg, CNN und die South China Morning Post haben die Meldung aufgegriffen, unabhängig geprüft – etwa anhand von Zoll- oder Reedereidaten – ist sie nicht. Auch heise stellt sie ausdrücklich unter den Vorbehalt „angeblich“. Und die vielzitierte „erste grenzüberschreitende Bahnlieferung aus China“ ist zu relativieren: China-Europa-Güterzüge fahren seit 2011, neu ist nur, dass Midea diese Klimageräte-Charge erstmals darüber transportiert.
Für Käuferinnen und Käufer zählt ohnehin weniger die Gesamtmenge als der Preis vor Ort. Das 12.000-BTU-Modell der Portasplit war im vergangenen Winter teils für unter 700 Euro zu haben; auf dem Höhepunkt der Hitzewelle rief der Handel zeitweise rund 1.400 Euro auf – das Doppelte.
Was das für Österreich heißt
Für Österreich ist die Meldung mit Vorsicht zu genießen: In der Länderliste taucht das Land nicht auf. Mehr Ware in Europa hilft der Gesamtlage, ein Versprechen für konkrete Filialen oder Termine ist es nicht. Wann die Geräte in österreichischen Bau- und Elektromärkten auftauchen, ist ebenso offen wie bei den deutschen Nachbarn.
Wer jetzt kauft, sollte auf Fälschungen und dubiose Shops achten – rund um die knappe Portasplit kursieren wirkungslose Nachbauten und Fake-Shops mit Lockpreisen und Vorkasse. Welche österreichischen Filialen aktuell tatsächlich Geräte auf Lager haben, zeigt unser Live-Tracker.

→ Zur Live-Verfügbarkeit in österreichischen Baumärkten
Alle Angaben ohne Gewähr. Die Meldung gibt den Stand der verlinkten Quellen wieder; die genannten Stückzahlen sind Herstellerangaben und von letzteklima.com nicht unabhängig geprüft.